Freiluft Yoga im Sommer

Yoga

Yoga am SeeVor ein paar Wochen habe ich mich zum ersten Mal überwunden und bin in eine Yoga Stunde gegangen. Normalerweise mache ich Yoga nur zu Hause. Alleine. Mit den Yoga DVDs der Yogis meines Vertrauens. Diese Yoga-Instruktoren sind geradlinig, körperbetont und machen Yoga ohne esoterischen Chichi.

Da ich aber weiß, dass sich im Yoga Umfeld alles mögliche tummeln kann (lange Haare! auch am Körper! Klangschalen! Freiberufliche Lebensberater!), war ich natürlich etwas skeptisch und habe mit ALLEM gerechnet bei meiner Freiluft Yoga-Stunde. Und was soll ich sagen – ich wurde nicht enttäuscht: Ich bekomme ein volles Programm, inklusive wöchentlichem Was-es-nicht-alles-gibt-Erlebnis!

Eine Stunde lang gibt es Yoga-Übungen, die durch den unregelmäßigen Untergrund des Bodens – der Wiese – manchmal besonders herausfordernd werden. Das ist ganz toll für die tieferliegenden Muskelgruppen, wie ich von einer Pilates-Lehrerin weiß! Und ehrlich, es ist fantastisch, an einem Sommermorgen im Freien zu stehen und nicht auf den Fernseher oder einen Blumentopf zu schauen, sondern auf einen kleinen See, einen der vielen Bäume oder in den Himmel zu schauen! Schwieriger wird es aber, wenn man eine Übung wie den „Frosch“ machen soll. Das ist eine Übung, die man jetzt so in der Öffentlichkeit eigentlich schon mal nicht gerne macht: Auf den Zehenspitzen hockend, mit den Fingern abstützend, und dann die Hocke mal tiefer mal höher. Sehr anmutig…. Aber: Warum muss so eine Yogaübung mit „wir sprechen mit unserem inneren Kind. Und wir lassen nun alle seelischen Verletzungen gehen“ kommentiert werden? Eigentlich trainiert man dabei ja seine Beinmuskulatur und entspannt das Becken. Naja, ich denke dann dabei ein bisschen über Gewerbeordnungen und studierte Geisteswissenschafter nach und lasse es über mich ergehen. Das ist ja auch eine Art von geistiger Übung – Gelassenheit.

Abgerundet wird meine mentale Challenge durch eine gute halbe Stunde Meditation. Diese Meditation bringt mir fast nie Entspannung, eher bin ich fasziniert darüber, was man so alles unter Meditation verstehen kann. Warum ich das nun trotzdem schon ein paar Mal gemacht habe, wenn es nicht ganz so das ist, was ich gerne mache?
Ganz einfach – es ist so dermaßen klasse dort im Freien! Der kleine See, das Gras unter den Füssen, das Spiel der Sonnenstrahlen durch die Blätter, der Wind in den Bäumen, und die weißen flauschigen Samen der Pappeln, die einen umfliegen…. das sind Eindrücke, die man sonst einfach nie bekommt, und schon garnicht bei einer Sportstunde!
Ich bin definitiv ein Fan des Platzes, den sich die Yoga-Lehrerin für ihre Stunden ausgesucht hat!

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